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Wareneinsatz unter 30 % —
die 5 Hebel, die
wirklich funktionieren

Ich sage dir gerade, was in den meisten Betrieben falsch läuft: Der Wareneinsatz wird am Ende des Monats berechnet — nicht täglich kontrolliert. Das ist, als würdest du erst nach der Reise auf den Tacho schauen.

30 % Wareneinsatz gilt als Richtwert. Viele schaffen das nicht. Und dann kommen die Ausreden: Lebensmittelpreise gestiegen, Lieferanten unzuverlässig, Mitarbeiter verschwenden zu viel. Alles wahr. Aber das sind keine Ursachen — das sind Symptome fehlender Struktur.

"Wer seinen Wareneinsatz nicht täglich kennt, führt seinen Betrieb blind."

Hebel 1: Tägliche Inventur an kritischen Punkten

Nicht einmal pro Woche. Nicht monatlich. Täglich. Für die 10–15 Artikel, die den größten Wertanteil haben. Fleisch, Fisch, Premium-Zutaten. Du brauchst keine Software dafür — ein Notizbuch und Disziplin reichen für den Anfang. Was gemessen wird, wird gesteuert.

Hebel 2: Rezepturen kosten — wirklich

Die meisten Betriebe haben Rezepturen. Wenige haben kalkulierte Rezepturen mit aktuellem Einkaufspreis. Wenn dein Lachsfilet im Einkauf 30 % teurer geworden ist, kostet dein Lachs-Teller gerade mehr als du einkalkuliert hast. Aktualisiere die Einkaufspreise in deinen Rezepturen mindestens einmal pro Quartal.

Hebel 3: Portionskontrolle ohne Kontrolle ist nichts

Du hast eine Portion à 180g Fleisch kalkuliert. Was landet tatsächlich auf dem Teller? In vielen Küchen gibt es da eine Differenz von 20–40g pro Portion. Das klingt wenig. Bei 80 Covers täglich und 365 Tagen im Jahr ist das mehrere Tausend Euro, die einfach verschwinden. Waage in der Küche — keine Diskussion.

Hebel 4: Mise en place als Kostenkontrolle

Schlechte Mise en place erzeugt Abfall. Unter Druck wird zu viel geschnitten, zu viel vorbereitet, zu viel weggeworfen. Eine saubere Schichtplanung mit realistischen Prep-Mengen basierend auf Reservierungen und historischen Verkaufsdaten reduziert den Abfall drastisch — ohne dass jemand Hunger leiden muss.

Hebel 5: Lieferanten-Benchmarking einmal pro Quartal

Du hast seit drei Jahren denselben Lieferanten für Geflügel. Gut. Aber weißt du noch, ob der Preis noch marktgerecht ist? Hol dir einmal pro Quartal Vergleichsangebote für deine Top-10-Artikel. Nicht um den Lieferanten zu wechseln — sondern um eine Verhandlungsgrundlage zu haben. Loyalität ist schön. Aber Loyalität, die dich Marge kostet, ist teuer.

Mein Fazit
  • Wareneinsatz ist Chefsache — nicht die Aufgabe des Buchhaltungsbüros
  • Tägliche Kontrolle schlägt monatliche Auswertung immer
  • Portionskontrolle und aktuelle Rezepturpreise sind die schnellsten Hebel
  • Kein Tool nötig — Struktur und Disziplin reichen für den Start

Welche dieser 5 Punkte machst du bereits? Und bei welchem liegt bei dir die größte Lücke? Schreib es mir direkt — ich lese jeden Kommentar.

Roelof Hulshof
Roelof Hulshof
GastroMotivator · HoReCa-Experte

30+ Jahre Gastronomie und Hotellerie. Kein Affiliate-Modell, keine Herstellerverträge — nur direkte Beratung für Betreiber, die wirklich Ergebnisse wollen.

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