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Personal · Text · 3. Juli 2026

Fachkräftemangel — und warum dein Onboarding das eigentliche Problem ist

Ich höre es seit Jahren in jeder Küche, an jeder Theke, in jedem Büro eines F&B-Managers: 'Wir finden einfach keine Leute mehr.' Und ja, der Arbeitsmarkt ist eng. Das will ich gar nicht wegdiskutieren. Aber wenn ich dann frage, wie das Onboarding bei denen aussieht, wird es meistens still. Oder ich höre sowas wie: 'Die müssen halt ins kalte Wasser springen, so war das bei uns auch.' Und genau da liegt der Hund begraben.

Der erste Tag entscheidet mehr als du denkst

Stell dir vor, du bist neu. Du kommst in eine fremde Brigade, kennst niemanden, und dein Chef hat gerade keine Zeit für dich, weil das Mittagsgeschäft gleich losgeht. Dein Spind? Keine Ahnung wo. Dienstkleidung? Musst du dir selbst zusammensuchen. Mise en place? 'Frag mal den Kollegen da hinten.' So sieht die Realität in viel zu vielen Betrieben aus. Und dann wundern wir uns, wenn die Leute nach zwei Wochen wieder weg sind.

Die ersten Tage prägen das komplette Bild, das ein neuer Mitarbeiter von deinem Laden hat. Wenn er sich von Anfang an wie ein Störfaktor fühlt statt wie eine Verstärkung, dann baut er keine Bindung auf. Und ohne Bindung ist er bei der nächsten Gelegenheit weg. Die Fluktuation, die dich dann wieder Zeit und Nerven kostet, hast du dir selbst eingebrockt.

„Ein gutes Onboarding kostet dich keinen Cent extra — aber ein schlechtes kostet dich jeden dritten Mitarbeiter."

Onboarding ist kein Luxus, sondern Grundhandwerk

Ich verstehe, dass im Tagesgeschäft wenig Zeit ist. Der Schichtplan ist eh schon auf Kante genäht, das Wochenende steht vor der Tür, und jetzt soll man sich auch noch stundenlang um den Neuen kümmern. Aber mal ehrlich: Wie viel Zeit verlierst du, wenn du ständig neu einarbeiten musst, weil keiner bleibt? Rechne das mal gegen.

Onboarding muss kein Seminar sein. Es geht um Basics: Ein vernünftiger erster Tag. Jemand, der zuständig ist und ansprechbar bleibt. Ein Plan für die ersten zwei Wochen, der nicht nur aus 'lauf mit' besteht. Und vor allem: das Gefühl, willkommen zu sein. Das sind Dinge, die nichts kosten außer ein bisschen Vorbereitung und Haltung.

  • Spind und Kleidung VOR dem ersten Tag klären
  • Fester Ansprechpartner für die erste Woche benennen
  • Kurze Vorstellungsrunde mit dem Team einplanen
  • Nach drei Tagen: erstes kurzes Feedbackgespräch
  • Nach zwei Wochen: ehrliches Gespräch über Erwartungen beiderseits

Hör auf, die Schuld nur beim Markt zu suchen

Ja, es gibt weniger Bewerber als früher. Ja, die Branche hat ein Imageproblem. Aber weißt du was? Die Betriebe, die ihr Onboarding im Griff haben, halten ihre Leute deutlich länger. Die haben nicht weniger Probleme beim Recruiting — aber sie müssen nicht ständig von vorne anfangen. Und das spricht sich rum. Auch bei Stammgästen übrigens, die merken schnell, ob ein Team eingespielt ist oder ob alle paar Wochen neue Gesichter auftauchen.

Ich sage nicht, dass ein gutes Onboarding alle Probleme löst. Aber es ist einer der größten Hebel, den du selbst in der Hand hast. Ohne Budget, ohne externe Berater, ohne fancy Tools. Einfach mit gesundem Menschenverstand und ein bisschen Vorbereitung.

Mein Fazit

  • Fachkräftemangel ist real — aber dein Onboarding entscheidet, ob die Leute bleiben
  • Die ersten Tage prägen alles: Wer sich willkommen fühlt, bleibt länger
  • Gutes Onboarding kostet Zeit, kein Geld — und spart dir die ewige Neubesetzung

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie sieht bei dir im Betrieb eigentlich der erste Tag für neue Mitarbeiter aus? Ich bin gespannt auf deine ehrliche Antwort.

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