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Zahlen · Text · 14. Juli 2026

RevPAR ist nicht alles — was Hoteliers wirklich messen sollten

Jeder Hotelier kennt das: Morgens kommt der Revenue Manager mit leuchtenden Augen ins Büro, weil der RevPAR um drei Prozent gestiegen ist. Champagner-Stimmung. Aber hast du geschaut, was gleichzeitig mit deinem Wareneinsatz im F&B passiert ist? Oder wie viele Mitarbeiter diesen Monat wieder gekündigt haben? RevPAR ist eine schöne Zahl für Investoren und Benchmarking-Reports. Wenn du wissen willst, ob dein Betrieb wirklich gesund läuft, musst du tiefer graben.

RevPAR zeigt dir den Umsatz — nicht den Gewinn

Lass uns ehrlich sein: RevPAR ist eine Eitelkeitskennzahl. Sie sagt dir, wie viel Umsatz du pro verfügbarem Zimmer machst. Punkt. Sie sagt dir nicht, was davon übrig bleibt. Nicht, ob deine OTA-Kommissionen dich auffressen. Nicht, ob dein Housekeeping durch Überstunden die Personalkosten sprengt. Ich habe Hotels gesehen mit fantastischem RevPAR und miserablem GOP. Die haben sich zu Tode verkauft — hohe Belegung, aber mit Raten, die nach Abzug aller Kosten nichts mehr übrig ließen.

„Ein voller Betrieb ist nicht automatisch erfolgreich. Entscheidend ist, was am Monatsende übrig bleibt."

Was du stattdessen im Blick haben solltest: GOPPAR — Gross Operating Profit per Available Room. Das zeigt dir, was wirklich hängen bleibt. Und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus. Da merkst du dann, dass der Sonntag mit 60 Prozent Belegung profitabler war als der ausgebuchte Samstag mit dem Schnäppchen-Portal.

Fluktuation frisst jeden Gewinn

Jetzt mal Butter bei die Fische: Was kostet es dich, einen eingearbeiteten Rezeptionisten zu verlieren? Recruiting, Einarbeitung, die Fehler der ersten Wochen, die genervten Stammgäste, die zum dritten Mal ihren Namen buchstabieren müssen. Rechne mal konservativ mit einem halben Jahresgehalt. Und jetzt schau dir deine Fluktuation an.

Die meisten Hotels tracken das nicht sauber. Da steht dann irgendwo eine Zahl im HR-Report, aber niemand verbindet sie mit den echten Kosten. Dabei ist das einer der größten Hebel, den du hast. Eine Brigade, die zusammenbleibt, arbeitet effizienter. Die kennen die Mise en place, die wissen wie der Schichtplan tickt, die fangen Probleme ab, bevor sie beim Gast landen.

  • Fluktuation pro Abteilung tracken — nicht nur als Gesamtzahl
  • Austrittsgespräche führen und Muster erkennen
  • Kosten pro Neueinstellung ehrlich kalkulieren
  • Verweildauer als KPI etablieren

Stammgastquote — die unterschätzte Goldgrube

Frag mal in die Runde: Wie hoch ist eure Stammgastquote? Die meisten zucken mit den Schultern. Dabei ist das eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt. Ein Stammgast kostet dich fast nichts in der Akquise. Der bucht direkt, der kennt das Haus, der verzeiht auch mal einen schlechten Tag. Der empfiehlt dich weiter.

Ich kenne Stadthotels, die 40 Prozent Stammgäste haben und sich fragen, warum ihr Marketing-Budget so niedrig sein kann. Und ich kenne Häuser, die jeden Monat fünfstellige Summen in Meta-Ads pumpen, weil sie es nicht schaffen, Gäste zu binden. Rate mal, wer am Ende besser dasteht.

„Neukunden kosten Geld. Stammgäste bringen Geld."

Miss das. Definier, ab wann jemand Stammgast ist — zweiter Aufenthalt? Dritter? Egal, Hauptsache du trackst es. Und dann schau, was diese Gäste anders machen: Buchen die mehr F&B? Längere Aufenthalte? Bessere Raten? Da liegt dein Hebel.

Mein Fazit: Hör auf, nur die schönen Zahlen anzuschauen

Was du ab morgen anders machen kannst

  • GOPPAR neben RevPAR stellen — jeden Monat, jede Woche
  • Fluktuation als echte Kostengröße behandeln, nicht als HR-Thema
  • Stammgastquote messen und gezielt entwickeln
  • Weniger Dashboards, mehr Konsequenzen aus den richtigen Zahlen

RevPAR hat seinen Platz. Aber wenn du nur diese eine Zahl anschaust, fährst du blind. Du brauchst keine teuren BI-Tools dafür. Eine Excel-Tabelle und die Disziplin, ehrlich hinzuschauen, reichen für den Anfang. Die Frage ist nicht, ob du die Daten hast. Die Frage ist, ob du bereit bist, die unbequemen Wahrheiten zu sehen, die sie dir zeigen.

Welche Kennzahl hat dir in den letzten Jahren die Augen geöffnet — und welche hast du viel zu lange ignoriert?

Wenn du willst —

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