Glossar · Service-Modell
Definition, Tagessätze, sinnvolle Einsatzbereiche, rechtliche Stolpersteine. Und die unbequeme Frage, wenn der Mietkoch jeden Monat kommt: brauchst du wirklich Hände — oder fehlt dir Struktur?
Definition. Ein Mietkoch ist ein ausgebildeter Koch, der zeitlich befristet in fremden Küchen einspringt — bei Personalausfall, Saisonspitzen, Eröffnungen oder zur Überbrückung von Vakanzen. Abrechnung erfolgt tageweise, entweder direkt mit dem freiberuflichen Koch oder über eine Personalvermittlung.
| Einsatzart | Tagessatz (8–10 Std.) |
|---|---|
| Commis / Hilfskraft auf Zeit | 260–380 € |
| Chef de Partie / erfahrener Koch | 380–550 € |
| Sous Chef Interim | 520–700 € |
| Küchenchef Interim (Eröffnung, Vakanz) | 600–950 € |
Anfahrt, Übernachtung und Verpflegung kommen meist separat dazu. Vermittlungen schlagen typischerweise 25–35 % Marge auf.
Wenn du im laufenden Jahr mehrfach Mietkoch-Tage einkaufen musst, fehlt dir nicht Personal — dir fehlt Struktur. Onboarding, Dienstplan mit Vorlauf, klare Stationsstandards und Führung, die Verantwortung abgibt statt zu kontrollieren, sind langfristig günstiger als jede Vertretung.
Faustregel: Mehr als 25 Mietkoch-Tage pro Jahr sind ein Symptom, kein Lösungsweg. Mehr dazu auf der Service-Seite Küchenmanagement und im Blog-Artikel Personalmangel ist ein System.
Der wichtigste Punkt bei freiberuflichen Mietköchen ist die Abgrenzung zur Scheinselbstständigkeit. Wer dauerhaft in deine Schichtstruktur eingebunden ist, weisungsabhängig arbeitet und nur einen Auftraggeber hat, ist im Zweifel Arbeitnehmer — mit Nachzahlungsrisiko an die Deutsche Rentenversicherung. Bei längerfristigem Bedarf ist Arbeitnehmerüberlassung über eine zugelassene Agentur oder eine befristete Anstellung der saubere Weg.
Wenn du willst —
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