Definition. Der Pachtvertrag (§ 581 BGB) ist die Vertragsform für die entgeltliche Überlassung eines bestehenden Gastronomiebetriebs samt Inventar an einen Pächter. Anders als beim reinen Mietvertrag ist auch das Recht zur Fruchtziehung — der Geschäftsbetrieb selbst — Vertragsgegenstand.
Hinweis. Dieser Glossar-Eintrag ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Pachtverträge sollten vor Unterschrift von einem auf Gewerbemiet- und Pachtrecht spezialisierten Anwalt geprüft werden.
Pachthöhe — die wichtigste Zahl
Branchenüblich liegt die Pacht bei 6–10 % vom Nettoumsatz in stabilen Lagen, 8–14 % in 1A-Lagen. Eine Pachtquote über 12 % ist für klassische À-la-carte-Konzepte langfristig schwer tragfähig. Achtung: Wer auf Basis von Wunschumsatz kalkuliert, hat das Risiko schon eingebaut.
Die fünf wichtigsten Klauseln
- Verlängerungsoption. Klare Kündigungsfrist (typisch 6–12 Monate), Verlängerungsoption mit definiertem Mechanismus zur Pachtanpassung.
- Inventarverzeichnis. Detailliert mit Werten, Zustand, Erhaltungspflicht und Rückgabestandard. Spart bei Vertragsende viel Streit.
- Investitionsregelung. Was darf der Pächter einbauen, was bleibt am Ende — und wer zahlt die Reststandabnahme? Ohne Klausel verliert der Pächter im Zweifel alles.
- Indexierung mit Cap. Anpassung an den Verbraucherpreisindex ist üblich, aber mit Cap (z. B. max. 3 % pro Jahr) gegen Inflationsschocks.
- Untervermietung & Konzeptänderung. Darf der Pächter Mittagskarte einführen, ein anderes Konzept fahren, untervermieten? Ohne Regelung gibt das später Streit.
Inventarübernahme — was beachten
Bei Übernahme eines laufenden Betriebs werden Küchentechnik, Möbel, Geschirr meist mit übernommen. Wertansatz nach Zeitwert, nicht nach Neupreis. Lass ein neutrales Inventargutachten erstellen — pauschale Übernahmepreise sind fast immer zu hoch.
Häufige Fallen
- Bürgschaft der Eltern oder des Ehepartners. Oft unwirksam (Sittenwidrigkeit), wird aber gefordert. Vor Unterschrift prüfen lassen.
- Renovierungsklauseln. Bei Pacht oft umfangreicher als bei Miete. Klar definieren, was wann zu wessen Lasten geht.
- Kopplung mit Lieferanten. „Sie müssen Getränke X beziehen" — solche Klauseln schränken Marge dauerhaft ein.

Roelof Hulshof · 30+ Jahre Hotellerie und Gastronomie, KI Automation Manager und NLP Practitioner. Berät Gründer und Pächter im DACH-Raum und in den Benelux. Köln. LinkedIn · gastro-motivator.de